#CDU Friday – Sagt uns Eure Meinung!

Junge Union Northeim, CDU Stadtverband Northeim und Dr. Roy Kühne (MdB) im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern
05.04.2019 15.00 – 17.00 Uhr

Die Friday for Future Bewegung hat das Thema Klima- und Umweltpolitik noch intensiver in unseren Fokus gestellt. Aber welche Themen beschäftigen die Jugendlichen konkret? Wie kann man diese konkret auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene umsetzten? Wir waren mit Jugendlichen und jung gebliebenen aus dem Kreis Northeim im Gespräch.

Die 10 Northeimer Nachhaltigkeitsforderungen an die Politik:

• Wir fordern einen ausgebauten und finanzierbaren öffentlichen Personennahverkehr.
• Wir fordern eine kostenlose Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr.
• Wir fordern mehr Forschung zur Speicherung von Wind- und Sonnenenergie.
• Wir fordern einen geordneten, aber schnellstmöglichen Kohleausstieg.
• Wir fordern eine nachhaltige Energiegewinnung mit Anlehnung an die geografischen und ökologischen Gegebenheiten.
• Wir fordern die Förderung der Biodiversität.
• Wir fordern, dass Ökonomie und Ökologie nicht länger Gegner, sondern Partner werden.
• Wir fordern ein Nachhaltigkeitskonzept für die schulische Bildung.
• Wir fordern, dass Plastikalternativen gefördert werden.
• Wir fordern einen anhaltenden Austausch über das Thema und die Entwicklungen.

1. Wir fordern einen ausgebauten und finanzierbaren öffentlichen Personennahverkehr.

Um die Emissionsausstöße und Feinstaubbelastung von PKWs zu verringern muss daran gearbeitet werden den ÖPNV auch im ländlichen Raum auszubauen. Ziel muss es sein, flexibel und möglichst preisgünstig mit Bus oder Bahn unterwegs zu sein und das auch über Kreisgrenzen hinaus.

2. Wir fordern eine kostenlose Fahrradmitnahme in Bahnen.

Um den ÖPNV attraktiver im Vergleich zum eigenen PKW zu gestalten ist eine kostenlose Fahrradmitnahme in den Zügen des Regionalverkehrs hilfreich. Pendler können so mit ihrem Fahrrad zum Abfahrtsbahnhof fahren und von ihrem Zielbahnhof direkt weiter zu ihrer Arbeit bzw. ihrem Reiseziel. Die Züge müssten dementsprechend angepasst werden, um im Berufsverkehr kein Hindernis durch die Fahrräder aufkommen zu lassen.

3. Wir fordern mehr Forschung zur Speicherung von Wind- und Sonnenenergie.

Wir unterstützen den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie. Doch solange man diese nicht speichern kann ist ein Gesamtausstieg aus Kohle- und Atomenergie nicht nur teuer, sondern auch unsicher. Für einen langfristigen Umstieg auf erneuerbare Energien ist der Ausbau der Forschungsinvestitionen in die Speicherung von grünen Energien unabweisbar.

4. Wir fordern einen geordneten, aber schnellstmöglichen Kohleausstieg.

Das Verbrennen von Stein- und Braunkohle und der daraus entstandenen Energie hat uns im späten 18. und 19. Jahrhundert viel Fortschritt erbracht. Nun ist es an der Zeit aus dieser endlichen Energiequelle auszusteigen und das so schnell wie möglich. Dabei darf die Energieversorgung jedoch nicht gefährdet und die Wirtschaft nicht dauerhaft geschwächt werden. Deutschland muss eine dauerhafte Energieversorgung sicherstellen, die für alle finanzierbar bleibt. Deutschland gehört bereits jetzt zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen in Europa. Mit einem überstürzten Ausstieg würden die Strompreise drastisch steigen. Dies gilt es zu verhindern.

5. Wir fordern eine Energiegewinnung in Anlehnung an die geografischen Gegebenheiten

Windräder an Berghängen und Solarenergie auf Feldern? Anlagen zur Energieerzeugung sollten an die geografischen Gegebenheiten unseres Landes angepasst sein. Windkraftanlagen sollten auf freien Flächen, wie dem Meer oder auch vielen Gebieten im Norden unseres Landes aufgebaut werden, da hier der Wind ohne Hürden genutzt werden kann. Photovoltaik- und Solarthermieanlagen sind hingegen auf den Südhängen der Berge sinnvoller aufzustellen.

6. Wir fordern eine Förderung der Biodiversität

Flora und Fauna unseres Landes müssen geschützt und gefördert werden. Als Beispiel dient hier das Entgegenwirken des Bienensterbens oder der weitreichenden Flächenversiegelung unserer Natur. Dazu zählt der Schutz von Luft, Boden und Gewässern genauso wie die Erhaltung der Artenvielfalt.

7. Wir fordern eine Partnerschaft und keine Konkurrenz zwischen Ökologie und Ökonomie

Nur wenn Ökologie und Ökonomie im Einklang und nicht als Konkurrenten zueinanderstehen, bleibt unser bestehender Wohlstand erhalten. Wir fordern die Politik dazu auf, sich Gedanken zu machen, wie nachhaltiges Handeln für unsere Wirtschaft attraktiv gemacht werden kann. Das eine Gut darf nicht zulasten des anderen vernachlässigt und langanhaltend geschädigt werden.

8. Wir fordern ein Nachhaltigkeitskonzept für die schulische Bildung

Nachhaltiges Handeln sollte bereits Schülerinnen und Schülern nahgebracht werden. Daher unterstützen wir bestehende Konzepte, wie dem Freiwilligen Ökologischem Jahr in der Schule (FÖJ Schule). Diese sollten weiter unterstützt und gefördert werden. Außerdem fordern wir einen Nachhaltigkeitsprojekttag für die Jahrgangsstufen 7 bis 10. In diesen sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, was Nachhaltigkeit bedeutet und wie sie im Alltag bewusst handeln können. Nur so schafft man langfristig ein umdenken in der Gesellschaft und damit auch eine Veränderung in ihrem Konsumverhalten. Ein umweltbewusster Umgang soll in der Schule erlernt und praktisch erfahren werden.

9. Wir fordern die Förderung von Plastikalternativen

In bestimmten Bereichen ist Plastik sinnvoll und zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht zu ersetzten. Aber die natürliche Hülle von Lebensmitteln in Plastik zu verpacken oder gar durch Plastik zu ersetzten ist unnötig. Auch das mehrmalige Verpacken eines Gegenstandes oder von Lebensmittel in Plastik halten wir für falsch. Wir fordern daher die Entwicklung von Ideen, wie man die Ökonomie dazu bringt, auf umweltverschmutzendes Plastik ganz zu verzichten oder umweltfreundlichere Alternativen zu nutzen, ohne die Marktwirtschaft zu stark zu beeinflussen.

10. Wir fordern einen anhaltenden Austausch über das Thema und die Entwicklungen

Das Thema Nachhaltigkeit darf nicht nur aufgrund der Friday for Future Bewegung in der aktuellen Politik präsent sein, sondern muss dauerhaft auf der Agenda der Partei stehen. Wir fordern einen anhalten Austausch über die Forderungen und die Entwicklungen und wollen wissen, was aus den erarbeiteten Ideen und Forderungen entsteht.

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